Gaspreisentwicklung
Die Frage, wohin der Gaspreis treibt, ist eng mit der Entwicklung des Ölpreises verbunden. Denn seit in den sechziger Jahren die Ölpreisbindung festgelegt wurde, orientiert sich die Gaswirtschaft am Ölpreis. Zwar steigt der Preis für Gas etwas zeitversetzt und weniger volatil als das Gas an, aber dennoch haben viele Gaskunden mit den zum Teil kräftigen Tariferhöhungen zu kämpfen. Besonders im Winter, wenn wieder verstärkt geheizt werden muss, werden viele Gaskunden tief ins Portemonnaie greifen müssen.
Preiserhöhungen von bis zu 40 Prozent?
Aufgrund der gestiegenen Beschaffungskosten haben die Gasversorger weitere Preissteigerungen angekündigt. Dabei wurden schon im Juli diesen Jahres die Preise bei einigen Versorgern um bis zu 24 Prozent erhöht. Für den Herbst 2008 sind aus Sicht einiger Energieexperten Preiserhöhungen von 40 Prozent nicht auszuschließen. Nach Angaben der Gasversorger hingegen, seien maximal 20- prozentige Preissteigerungen zu erwarten.
Warum richtet sich der Gaspreis nach dem Ölpreis?
Seit den sechziger Jahren gibt es die so genannte Ölpreisbindung. Sie sollte damals verhindern, dass billiges Gas dem Öl zu starke Konkurrenz macht. Außerdem sollte auf diese Weise die Förderung und Investitionssicherung des Rohstoffes vorangebracht werden.
Seither steigt also der Gaspreis mehr oder weniger parallel zum Anstieg des Öls. Aus Sicht von Experten und Politikern ist die Ölpreisbindung allerdings heutzutage nicht mehr zu legitimieren. Sie fordern daher die Entkopplung des Gaspreises vom Ölpreis, um eine verbraucherfreundlichere Preisentwicklung zu gewährleisten.
Die Gaswirtschaft spricht sich jedoch gegen eine Entkoppelung aus und beruft sich dabei auf den hart umkämpften Markt sowie die gestiegenen Beschaffungskosten.
Ob eine Ölpreis-Entkoppelung überhaupt den gewünschten Effekt erzielt, ist aus Sicht von Energieexperten genauso zweifelhaft wie die zum Teil bedenklichen Tariferhöhungen einiger großer Gaskonzerne. Verbraucherzentralen haben Kunden bereits dazu aufgerufen, sich den drastischen und nicht nachvollziehbaren Preiserhöhungen zur Wehr zu setzen. Betroffene Gaskunden sollen weiterhin den alten Tarif zahlen, solange das Unternehmen die Preissteigerungen nicht plausibel machen konnte.